Externe Evaluationen: Grundinformationen
Inhalt dieser Seite
Nachfolgend finden Sie Grundinformationen, die verschiedene Aspekte unserer externen Evaluationen auf einer differenzierteren Ebene beschreiben als der Flyer.
Der Inhalt dieser Seite ist entlang dem typischen Ablauf einer ifeS-Evaluation gegliedert.
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Für konkrete Leitfäden und Arbeitsraster gehen Sie bitte in die Rubrik Download. Sie finden dazu jeweils auch direkte Links im Text.
1. Vorlauf zur Evaluation
Die Rahmenbedingungen der Evaluation (Evaluationsauftrag, Mitglieder des Evaluationsteams, Zeitplan, Datenfluss, Vertraulichkeit, Finanzielles) werden im Vorfeld zwischen dem Kanton, der Schule und der ifes schriftlich vereinbart.
In der Vereinbarung zwischen Schule und ifes werden konkrete Abmachungen zum Vorgehen getroffen: Zusammensetzung des Evaluationsteams, zeitlicher Ablauf (Einreichen des Schulportfolios, Evaluationsbesuche vor Ort, Berichterstattung, …), Datenfluss, usw.
Jede IFES-Evaluation ist massgeschneidert. Das Grunddesign wird präzise auf den Kontext jeder Schule (Umfeld, Vorgaben, Systematik des Qualitätsmanagements) angepasst.
2. Schulportfolio
Im Vorfeld der Evaluation reicht jede Schule ein sogenanntes Schulportfolio ein.
Das Evaluationsteam erhält mit dem Schulportfolio eine schriftliche Datenquelle, um sich gezielt auf die Evaluation vorzubereiten. Das Portfolio ist eine wichtige Grundlage für die adäquate Abstimmung des Evaluationsplans und der Evaluationsinstrumente auf die Schule.
Das Schulportfolio geht nach Abschluss der Evaluation an die Schule zurück.
Genauere Angaben über Form, Inhalt und Zweck des Schulportfolios finden Sie im Leitfaden Schulportfolio.
3. Ablauf der externen Evaluation
Die externen Schulevaluationen durch die ifes erfolgen vereinfacht dargestellt in folgenden Phasen:
- Zusammenstellen des Schulportfolios durch die Schule
- Vorbereitung der Evaluation durch das Evaluationsteam (Studium des Portfolios, Erarbeiten der Instrumente, etc.)
- Evaluationsbesuche vor Ort (2–3 Tage; Interviews, Beobachtungen usw.)
- Mündliche Berichterstattung vor Ort
- Schriftlicher Bericht
Falls Sie sich genauer orientieren wollen, können Sie ein detaillierteres Ablaufraster herunterladen, das die Aktivitäten und Aufgaben der Schule, der ifes und des Evaluationsteams aufzeigt.
4. Inhalte der externen Evaluationen
Gemäss Auftrag durch die NW EDK umfassen die externen Schulevaluationen der ifes die Evaluation des Qualitätsmanagements der Schule (Metaevaluation) sowie, je nach Produkt, die Evaluation eines oder mehrerer von der Schule selbst gewählten Themen (Primärevaluationen) durch ein Evaluationsteam der ifes.
In Kombination mit der Grösse der Schule ergeben sich aus dieser Vorgabe mehrere Produktvarianten.
5. Metaevaluation des Qualitätsmanagements (QM)
Das QM der Schule ist in der Regel der Hauptgegenstand der Evaluation. Darunter verstehen wir die Fähigkeit der Schule, die eigene Schul- und Unterrichtsqualität zu überprüfen und weiter zu entwickeln.
Als übergeordnetes Bezugssystem/Referenzsystem für die Betrachtung des QM können gelten:
- schuleigenes Qualitätsmanagement-Konzept resp. das eingesetzte Qualitätsmanagement-System
- kantonale Rahmenvorgaben für das Qualitätsmanagement der Schule
Bei den externen Schulevaluationen steht nicht der Vergleich zwischen verschiedenen Schulen im Vordergrund, sondern das Funktionieren der einzelnen Schule. Die Metaevaluation beurteilt deshalb jede Schule individuell und orientiert sich dabei an der schuleigenen Umsetzung und Ausgestaltung des QM. Die Referenzsysteme machen zwar Vorgaben, die Akzente setzt aber die Schule selber, indem sie selber bestimmt, welche Themen sie angehen will und wie hoch sie sich die Latte realistischerweise legen kann/soll. Daraus ergeben sich für die externe Evaluation Grundfragen der folgenden Art:
- Hat die Schule eine klare Vorstellung davon, was für sie Qualität bedeutet? Was sind ihre Qualitäts-Ansprüche?
- Sind die Qualitäts-Ansprüche sinnvoll gesetzt?
- Inwiefern erfüllt die Schule ihre Qualitäts-Ansprüche? Ist sie in der Lage, die Umsetzung der Qualitäts-Ansprüche zu überprüfen?
- Auf welchem Stand befindet sich die Umsetzung des QM?
- Erfolgt das QM nach sinnvollen Regeln?
- Erfüllt das QM der Schule die kantonalen Vorgaben?
- Weitere Fragestellungen aufgrund der konkreten Situation der Schule.
6. Primärevaluation
Die Schule kann zusätzlich zur Metaevaluation ein oder zwei Themen vorschlagen, zu denen sie ein Feedback von aussen einholen möchte: z. B. «Zusammenarbeit innerhalb der Fachschaften», «Methodenvielfalt» …
Bei der Primärevaluation kann die Schule ein aktuelles Thema aufnehmen oder ein neues Thema lancieren. Dabei steht nicht eine systematische Beurteilung, sondern eine qualitative Rückmeldung von aussen im Zentrum. Das Evaluationsteam sammelt Eindrücke und einigt sich auf Kernaussagen zum gegebenen Thema.
Genauere Angaben über geeignete Fragestellungen finden Sie im Leitfaden Fokusthema.
7. Evaluationsteams
Die Evaluationsteams bestehen jeweils aus vier Personen, die folgende Rollen wahrnehmen:
- Teamleiter/Teamleiterin
- Evaluatorin/Evaluator
- Peer seitens der Schule
- Peer seitens der ifes
Die personelle Zusammensetzung der Evaluationsteams wird mit der Schule einvernehmlich abgesprochen. Dabei wird darauf geachtet, dass keine Rollenvermischungen auftreten.
Als Teamleiter/in und Evaluator/in werden erfahrene Evaluationsfachleute aus dem Pool der ifes eingesetzt. Sie sind für die Anlage der Evaluation sowie für die Erarbeitung der Befragungsinstrumente, des Evaluationsplans und des Berichtes verantwortlich.
Die Peers sind in der Regel Mitglieder einer Qualitäts-Steuergruppe bzw. der Schulleitung einer andern Schule (gleicher Schultyp oder Zulieferer- /Abnehmerschule), Personen mit entsprechenden Kenntnissen aus der Wirtschaft (z. B. Lehrbetriebe) oder wissenschaftliche Fachpersonen mit Erfahrung im Bereich Qualitätsmanagement und Evaluation. Schule und ifes schlagen je eine Person als Peer vor.
Die beiden Peers bringen zusätzlich ihre Perspektive als praxisnahe Bildungsfachleute in die Formulierung der Instrumente und des Berichtes ein und wirken bei den Evaluationsbesuchen vor Ort und bei der Auswertung der Evaluationsergebnisse mit. Die Schlussfassung der Befragungsinstrumente, des Evaluationsplanes, des mündlichen und des schriftlichen Berichtes wird vom gesamten Evaluationsteam getragen und verantwortet.
Weitere Informationen zur Rolle der Evaluationsfachleute.
Weitere Informationen zur Rolle der Peers.
8. Evaluationsbesuche vor Ort
Kernstück der IFES-Evaluationen sind 2- bis 3-tägige interaktive Befragungsveranstaltungen vor Ort.
In Ratingkonferenzen, Gruppendiskussionen und Einzelinterviews kommen alle Beteiligtengruppen zu Wort: Lernende, Lehrpersonen, Schulleitung, nicht unterrichtende Mitarbeitende, Aufsichtsgremium, manchmal auch Lehrbetriebe oder Eltern.
Diese interaktiven Befragungsformen ermöglichen eine gründliche Diskussion der Fragestellungen.
Wenn es der Evaluation eines Fokusthemas nützt, sind auch Unterrichtsbeobachtungen (Shadowings) oder webbasierte Befragungen möglich.
Im Vorfeld der Evaluation vereinbart das Evaluationsteam mit der Schule einen detaillierten Evaluationsplan. Die Schule organisiert die Infrastruktur und das Aufgebot der vorgesehenen Befragten.
Die Befragungs- und Beobachtungsinstrumente werden vom Evaluationsteam entwickelt und mitgebracht.
9. Methodik
Das Evaluationsteam führt – meist aufgeteilt in zwei Zweierteams – genau geplante Befragungen durch.
Wichtigste Merkmale aus methodischer Sicht:
- Massgeschneiderte Verfahren und Instrumente
- Verbindung von qualitativen und quantitativen Datenerhebungen
- Gruppeninterviews
- telefonische Einzelinterviews
- Ratingkonferenzen (Kurzfragebogen, sofortige Auswertung, gemeinsame Dateninterpretation, Diskussion und Validierung der Diskussionsergebnisse durch die Befragten)
- Beobachtung
- Analyse schriftlicher Unterlagen: Portfolio, Internet, weitere Unterlagen vor Ort.
- Triangulation: Einbezug und Vergleich der Sichtweisen möglichst vieler Beteiligtengruppen sowie von Beobachtungen und schriftlichen Unterlagen (Schuldokumentation, Internet, …).
Das Evaluationsteam macht ohne ausdrücklichen Wunsch der Schule keine Unterrichtsbesuche.
10. Berichterstattung
Dank der präzisen Abstimmung des Evaluationsdesigns erhält jede Schule gut abgestützte Rückmeldungen und Empfehlungen, die auf dem aktuellen Stand der Schulentwicklung aufbauen.
Die Berichterstattung umfasst eine mündliche Berichterstattung vor Ort und einen schriftlichen Evaluationsbericht mit Datenanhang.
Die Berichterstattung bezieht sich auf die Institution und äussert sich nicht zu Einzelpersonen.
Mündliche Berichterstattung
Die mündliche Berichterstattung vor Ort beginnt in der Regel mit einer Besprechung im engeren Rahmen der Schulleitung und Q-Gruppe, gefolgt von einer Plenumsveranstaltung mit dem ganzen Kollegium und den nicht unterrichtenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das genaue Programm der mündlichen Berichterstattung wird jeweils mit der Schule gemeinsam festgelegt.
Schriftlicher Evaluationsbericht
Das Evaluationsteam formuliert je fünf bis acht so genannte Kernaussagen zum Qualitätsmanagement und zu den Fokusthemen. Kernaussagen fassen die wichtigsten Eindrücke des Evaluationsteams zu kurzen, begründeten Positionen zusammen und sind als Gegenstück resp. Ergänzung zur formalisierten Einschätzung zu verstehen. Falls so vereinbart, macht das Evaluationsteam zudem eine formalisierte Einschätzung des Qualitätsmanagements entlang vorgegebener Standards, die sich am Referenzsystem orientieren, das für die Metaevaluation bestimmt wurde. Die Berichterstattung wird durch Empfehlungen des Evaluationsteams für die weitere Entwicklung abgerundet.
Der Evaluationsbericht umfasst 15–25 Seiten und gilt für die Schule als Qualitätsnachweis.
Bei den Evaluationen nach Q2E kann der Evaluationsbericht auch als Grundlage für eine Zertifizierung verwendet werden. In der Rubrik Download/Materialien für Schulen können Sie leere Berichtformulare einsehen.
Bestätigung der Teilnahme
Zusätzlich zum Evaluationsbericht erhält jede Schule eine Bescheinigung ihrer Teilnahme an der externen Evaluation in Form eines Dokuments und eines Icons, das sie in ihren Internetauftritt einbinden kann.
11. Datenfluss/Datenhoheit
Die Mitglieder der Evaluationsteams verpflichten sich schriftlich, die Informationen und Erfahrungen auch über den Abschluss der Evaluation hinaus vertraulich zu behandeln.
Der Datenfluss wird mit der Schule unter Berücksichtigung der kantonalen Vorgaben geregelt. Die schriftliche Berichterstattung geht in der Regel in je einem Exemplar an die Schulleitung, die Schulkommission, die Vertretung des Kantons, die Leitung der ifes.
Es steht der Schule frei, den Evaluationsbericht zu veröffentlichen.
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Für konkrete Leitfäden und Arbeitsraster gehen Sie bitte zur Rubrik Download/Materialien für Schulen.
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